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Interview mit Sandra Werneck (Regisseurin und Produzentin)
In Ihrem Erstlingsfilm "Little Book of Love" erzählten Sie eine Liebesgeschichte mit einem Anfang, einer Mitte und einem Ende, als ob die Liebe immer diesem Zyklus folgen würde. War nun Ihre Intention, in "Amores Possíveis" einen weniger glamourösen, weniger idealisierten Typus der Liebe darzustellen?
Genau. Aus dem Leben erzähle ich drei Geschichte eines Mannes, die sich im Anschluss an einen zufälligen Moment - er wird bei einem Date im Kino versetzt - ergeben könnten: Ich wollte keine Beziehung im klassischen Ursache-Wirkung Schema beleuchten - wenn sie gekommen wäre, wäre das passiert, wenn sie nicht gekommen wäre, wäre etwas anderes passiert... Es gibt drei Möglichkeiten und jede dieser drei Möglichkeiten verkörpert eine mögliche Liebe. Ich versuchte, alltägliche Geschichten mit Konflikten, Widersprüchen, Erwartungen und Verletzungen zu erzählen. Die Geschichte über den schwulen Carlos erzählt von Verletzungen, Carlos I von Angst und Feigheit. Die dritte Geschichte lebt von der Entdeckung, dass Unterschiede sehr reizvoll sein können, wie die Mutter (Irene Ravache) am Ende des Films feststellen muss.
Wie waren Sie mit den Leistungen der Schauspieler zufrieden?
Die Arbeit mit ihnen war sehr angenehm. Murilo verkörperte die Rollen hervorragend. Er traf immer genau den rechten Ton und ging jedem der Charaktere genau auf den Grund. Ich denke, es ist seine bisher beste Leistung. Er ist wirklich wundervoll. Aber alle Schauspieler haben hart gearbeitet. Camila Amado studierte mit ihnen die Rollen ein und die Ergebnisse waren hervorragend. Die einzigen, die sich nicht bei ihr vorbereiteten, waren Irene and Beth Goulart. Emilio de Mello ist sensationell und trifft immer den rechten Ton. Und Carolina war eine angenehme Überraschung. Sie spielte ja zum ersten mal in einem Kinofilm mit und arbeitete sehr hart. Ihre Leistung war hervorragend.
Erzählen Sie uns von Ihren möglichen Lieben!
Für Carlos I ist seine Form der Liebe die, die er schon kennt. Er ist ein Gefangener von ihr. Einige Männer ziehen die Sicherheit dem Risiko vor. Carlos II ist mutig und wählt eine schwierigere Lösung: er verliebt sich trotz Frau und Kind in einen anderen Mann. Ich denke, dass diese Geschichte die berührendste ist, diejenige, die ich am liebsten erzähle.
Denken Sie, dass diese Geschichte das Publikum verblüffen wird?
Die brasilianische Kultur ist immer noch vom Machismo geprägt. Ich liebe es, die Leute auf diese Art zu überraschen. Wir müssen ein gewisses Mass an Engagement mitbringen, um diese feinen Unterschiede zu thema-tisieren.
Und Carlos III?
Er besitzt einen Pager, um sein Herzblatt zu finden. Der Drehbuchautor Paulo Halm hat geschworen, dass es in Japan solche Dinger gäbe. Als ich die Geschichte gelesen hatte, sagte ich: "Ich werde eine völlig unrealistische Episode erzählen und sie auch dementsprechend umsetzen." Er ist ein ewiger Junggeselle, der bei seiner Mutter lebt und dank seinem starken Oedipus-Komplex denkt, dass mit allen Frauen etwas nicht stimme. Bis zu dem Tage, an dem er es schafft, sich von seiner Mutter zu lösen und dadurch die Liebe in einem anderen Licht sieht.
Bei "Little Book of Love" haben Sie kein Geheimnis daraus gemacht, dass der Film sehr autobiographisch war. Wie sieht das bei diesem Film aus?
"Amores Possíveis" trägt auch autobiographische Züge. Ich wollte von Männern reden, die nicht ihrem Herzen folgen (Carlos I), wollte zeigen, wie schön es sein kann, wenn sie es doch tun (Carlos II), und ich wollte auch zeigen, dass die Liebe unterschiedlich verlaufen kann wie z. B. die Mutter-Sohn Beziehung, die ich deswegen sehr faszinierend finde (Carlos III). Der Kern der Geschichte liegt in der Idee, dass er als Teenager im Kino ein Date hat, mit jemandem, der erst Jahre später wieder in sein Leben tritt.
Das ist die Geschichte von Ihrer Tochter Maya?
Zuerst rief ich Roberto Torero an, der mit Paulo Halm an "Little Book of Love" gearbeitet hatte, um diese Idee weiter zu entwickeln. Aber das klappte nicht. Wir konnten uns nicht auf eine Struktur einigen. So beschloss ich, die Arbeit an diesem Projekt zu stoppen. Kurz darauf ich fuhr mit meiner Tochter für ein paar Tage nach Bahia in die Ferien. Maya, die für mich auch als Regieassistentin arbeitete, und ich stellten im Urlaub die Geschichte zusammen. Ich brachte das Buch zurück und zeigte es Paulo Halm und fragte ihn: "Kann das einen Film geben?". Sein Kommentar lautete: "Es ist so kompliziert, dass ich nicht glaube, dass es funktionieren wird. Es ist so verrückt, dass niemand etwas verstehen wird." Da hatte ich aber erst zwei Geschichten und brauchte noch eine dritte. Ich gab ihm das vorhandene Material, um es zu straffen und daran zu arbeiten. Ein Monat später brachte mir Paulo Halm das Skript. Ich las es und sagte: "Wow, was für eine Geschichte !" Wir begannen am Drehbuch zu arbeiten. Mit der Hilfe von Domingos de Oliveira, der mir bei der Entwicklung der Charaktere half und Claudio Paiva, der noch etwas mehr Witz in den Film brachte, kamen wir zu einem guten Ergebnis.
Am Ende gibt es einen Film im Film. Haben Sie keine Angst, dass das Publikum das nicht verstehen wird?
Das Paar geht ins Kino und sieht auf der Leinwand die Szene, in der das Mädchen kommt, die eigentlich die vierte Möglichkeit hätte sein können, aber das wäre ein anderer Film... Es ist kompliziert, aber ich denke, das interessanteste am Film ist, wie er erzählt wird. Die Geschichten sind aus dem alltäglichen Liebesleben gegriffen. Damit können sich alle identifizieren. Ich denke, die grosse Überraschung des Filmes ist seine Sprache. Wie in "Little Book of Love", meinen Kurzfilmen oder Dokumentarfilmen hab ich immer versucht, die Geschichten auf unterschiedliche Arten zu erzählen.
Wie lange hat es gedauert, "Amores Possíveis" zu drehen?
Sieben Wochen. Zwei im Dezember 1999, zwei Anfang Januar und drei im Februar 2000. Sie können sich vorstellen, wie es ist, bei 43 Grad Celsius im Hafen zu drehen. Ich sage immer, ich drehe nie im Sommer, aber es ist schon der zweite Film, den ich im Sommer gedreht habe. Das muss wohl Schicksal sein.
War es schwierig, den Film zu finanzieren?
Ich bin sehr stolz auf meine Arbeit als Produzentin für diesen Film. Ich produzierte ihn mit Hilfe von Eva Mariani und Julia de Abreu. Als ich 1999 mit der Geldsuche begann, steckte Brasilien in einer Krise. Fondsgelder flossen nur sehr spärlich. Um das Budget von R$ 1.8 Million auszufinanzieren, brauchten wir lange. Das Drehbuch war ja schon Januar 1998 fertig. So arbeitete ich am Ende zweieinhalb Jahre an dem Film.
In Ihrem Film wird Rio de Janeiro nicht von seiner Postkartenseite gezeigt. Inwiefern waren Sie sich bewusst, dass Sie die Stadt aus einer unbekannten Optik präsentieren?
Ich wollte ein anderes Rio zeigen, sozusagen ein Rio von Innen. Ich begann damit schon in "Little Book of Love": Anstatt schon wieder den Zuckerhut hervorzuheben, wollte ich die alten Klischeebilder durchbrechen. Sonst hat man in Filmen immer nur Dinge, die man schon kennen. Rio hat so viele schöne Ecken und versteckte Schönheiten. Ich versuche, die Stadt immer wieder mit anderen, neuen Augen zu sehen.
Wo wurde die Picknickszene gedreht?
Im 23. Stock eines Gebäudes in der Innenstadt.
Ihre beiden ersten Spielfilme drehen sich um Liebesbeziehungen. Was reizt Sie an dieser Thematik?
Sie sind nicht nur über Liebesbeziehungen, sondern ihr Thema ist das Verhalten im Leben. Ich finde Menschen höchst faszinierend. Ich liebe es, zu enthüllen, wie Menschen weinen, leben, fühlen, hassen, träumen, warten... Ich beschäftige mich seit langer Zeit mit Psychoanalyse und arbeitete damit auch in meinen Dokumentarfilmen. Als ich "Pena Prisao" drehte, war ich sehr daran interessiert herauszufinden, warum Frauen morden, stehlen und auf die schiefe Bahn geraten. Mein Ansatz war ein sozialer, aber mein Interesse fokussierte sich immer auf die Beziehungen, die Emotionen und das Verhalten.
Wie haben Sie für "Amores Possíveis" die Schauspieler ausgesucht? War es Zufall, dass ein Paar die Hauptrolle spielt?
Ich habe sie nicht ausgewählt, weil sie ein Paar sind. Ich habe Carolina zuerst mit einem anderen Schauspieler casten wollen, aber der war nicht zu bekommen. So habe ich Murilo angefragt, was eine exzellente Wahl war.
Haben Sie mit der gleichen Crew wie bei "Little Book of Love" zusammengearbeitet?
Im Grunde genommen schon, denn es ist meine Familie. Natürlich gab es auch Streitigkeiten untereinander. Ich hatte Krach mit Paulo Halm wegen dem Drehbuch, doch dann versöhnten wir uns wieder. Ab und zu gibt es Unstimmigkeiten zwischen mir und dem Kameramann Walter Carvalho. Aber wir haben fünf gemeinsame Kinder, fünf Filme in die Welt gesetzt. Und wenn man fünf Kinder mit jemandem hat, kann man sich nicht entzweien. Er ist wundervoll. Wie Paulo Halm meine Ideen ins Skript überträgt, übersetzt Walter meine Vorstellungen einer Szene in ein Bild. Er ist viel mehr als bloss ein Kameramann.
Welche Geschichte gefällt Ihnen am besten?
Mir gefallen alle drei und jede aus einem anderen Grund. Ich mag den Film; er ist gut gemacht, hat starke Schauspieler und einen spannenden Rhythmus.
Was können Sie uns über den Soundtrack erzählen?
Der Soundtrack besteht aus 22 Stücken: Chico Buarque, Bill Evans, Donna Summer, kubanische Musik. Ana Carolina schrieb extra ein Lied mit João Nabuco, dem musikalischen Leiter. Seu Jorge, von Farofa Carioca, hat einen wunderschönen Funksong geschrieben. Die Musik habe ich zusammen mit João Nabuco ausgesucht, es war als ob ich in einem anderen Film Regie führen würde.
Sind Sie eine schwierige Regisseurin?
Auf dem Set bin ich sehr demokratisch. Das liegt sicher auch zu einem gewissen Teil an meiner Unsicherheit. Ab und zu bin ich einfach nicht sicher, wohin ich die Kamera stellen will. Ich stelle sie auf den Boden, hänge sie an die Decke, probiere alles aus. Wenn dann ein Mitglied der Crew eine bessere Idee hat, setzte ich den Vorschlag gerne um, wenn es keine gute Idee ist, respektiere ich den Vorschlag, ohne aber auf ihn einzugehen. Ich habe kein Problem damit. Ich bin kein Streithahn.
Was ist das Beste an diesem Film?
Ich denke, das Beste war, dass es mir gelungen ist, bei diesem Film Regie zu führen und ihn zu produzieren. Ich habe die Zügel nie aus der Hand gegeben. Ich habe nie darüber nachgedacht, aufzugeben. Ich bin sehr hartnäckig. Als es keine Fondsgelder für den Film gab, habe ich halt mein eigenes Geld investiert und das Risiko getragen. Ich bin stolz auf mich, dass ich nie aufgehört habe, an dieses Projekt zu glauben. Ich habe viel gelernt bei diesem Projekt. Ich bin einfach stolz, dass ich es zu Ende gebracht habe.
Was ist so wundervoll am Film für Sie?
Ich mag Film, weil es verschiedene Stadien gibt, jedes ist anders. Das Drehbuch ist die Zeit der Kreation. Man hat die Idee für eine Einstellung, für eine Sequenz, für ein Bruchstück eines Dialoges, Wörter und man beginnt, damit zu arbeiten. Dann gibt es die Postproduktion, in der man da noch etwas poliert oder noch etwas schneidet. Dann natürlich der Dreh selber, das ist der Wahnsinn! Man muss sich ganz genau konzentrieren, weil man so viele Entscheidungen auf einmal treffen muss. Beim Schneiden bin ich fähig, die schönsten Szenen rauszuschneiden, wenn sie den Rhythmus des Filmes durchbrechen. Es können auch Szenen sein, an denen wir Stunden oder Tage gearbeitet haben.
Was bereitet Ihnen an diesem Film die grösste Freude?
Ich denke, dass ich es überhaupt bis hierher geschafft habe. Alles hat seine guten und seine schlechten Seiten, aber ich bleib immer dran. Meine grösste Freude ist, dass ich immer an diesen Film geglaubt habe.
Was hat sich seit "Little Book of Love" verändert?
Ich denke, ich bin eine reifere Filmemacherin geworden. Dieser Film, diese Geschichte ist komplexer. Ich habe sowohl als Regisseurin wie auch als Produzentin viel gelernt.